Kurkowa City Prison - POI223

Gefängnis Schießstange, Gdańsk

Ul. Kurkowa 12, Gdansk, Polen
Schlüsselwörter für diesen historischen Ort
Widerstand Terror und vernichtung
Liberation Route Europe

Gefängnis Schießstange, Gdańsk

Das Gefängnis Schießstange in Gdańsk (Danzig) beherbergte im Laufe seiner Geschichte nicht nur gewöhnliche Verbrecher, sondern auch politische Gefangene. Nachdem das Deutsche Reich die Freie Stadt 1939 annektiert hatte, wurden hier Hunderte von Intellektuellen, Demokraten, Freiheitskämpfern und Juden inhaftiert. Viele von ihnen wurden später nach Piasnica oder Szpegawsk deportiert und hingerichtet.

Das Gefängnis Schießstange in Gdańsk wurde 1851 an das bestehende Gerichtsgebäude angebaut. Zwischen 1900 und 1910 erweiterte man die Anlage, um bis zu eintausend Häftlinge aufnehmen zu können, die meisten von ihnen Kriminelle. Während des Ersten Weltkriegs waren hier einige politische Gefangene inhaftiert, darunter auch der polnische Militär, Staatsmann und Freiheitskämpfer Józef Piłsudski. Ab 1933 hatte Gdańsk eine nationalsozialistische Regierung. Die deutsche Mehrheit in der Stadt verachtete die polnische Minderheit und die demokratische Opposition, und so landeten im Zuge der Nazifizierung viele Demokraten im Stadtgefängnis. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 wurden über 800 Polen aus Gdańsk und Pommern in dem Gefängnis inhaftiert und häufig schwer misshandelt. Die Haftanstalt wurde zu einem Sammelpunkt für all jene, die von den Deutschen zur Hinrichtung an Orten wie Piasnica und Szpegawsk bestimmt worden waren. Insgesamt verbüßten während des Krieges hier über 29.000 Menschen eine Haftstrafe; 500 von ihnen wurden exekutiert oder starben an den Folgen von Misshandlungen.

Nach 1945 übernahm der kommunistische polnische Sicherheitsdienst das Gefängnis. Zu den Häftlingen gehörten Kriegsverbrecher wie der Gauleiter von Danzig, Albert Forster, die Aufseher des Konzentrationslagers Stutthof, darunter auch Jenny-Wanda Barkmann, aber auch Mitglieder des polnischen, anti-kommunistischen Widerstands. Einige von ihnen wurden in dem Gebäude hingerichtet, wie etwa Danuta Siedzikówna alias »Inka«. Einer der Blocks unterstand der kommunistischen Polizei bis zu ihrer Auflösung 1989. Gedenktafeln an der Gefängnismauer dokumentieren die historischen Ereignisse und die Namen der Personen, die hier inhaftiert waren.

Touristische Informationen

Das Gefängnis ist heute nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Gedenktafeln befinden sich an der östlichen Mauer entlang der Marienstraße.

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Ul. Kurkowa 12, Gdansk, Polen

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