Die Kapitulation der Westerplatte

Am 7. September 1939 gerieten die polnischen Truppen, die das Munitionsdepot auf der Westerplatte verteidigten, erneut unter schweren Beschuss. Weiterer Widerstand erschien zwecklos. Ursprünglich war der Befehlshaber angewiesen worden, die Stellung zwölf Stunden lang zu halten, aber erst nach sieben Tagen des Kampfes entschied er sich zur Kapitulation.

Am siebenten Tag nach Beginn des Angriffs auf das Munitionsdepot, um 4.30 Uhr, begann das deutsche Kriegsschiff „Schleswig-Holstein“ erneut die Westerplatte unter Beschuss zu nehmen. Eine halbe Stunde später griff deutsche Infanterie an, musste sich aber wieder zurückziehen. Auch der Versuch, den Wald in Brand zu setzen, scheiterte. Als die Deutschen schwere Granatwerfer einsetzten, gelang es ihnen, den Wachturm Nr. 2 der Verteidigungsanlagen zu zerstören.

Den polnischen Verteidigern erschien die Fortsetzung des Kampfes sinnlos. Die Munition war ihnen ausgegangen und der Zustand der in den unterirdischen Räumen versorgten Verwundeten verschlechterte sich immer mehr. Es gab kaum noch Verbandszeug und Medikamente. So entschloss sich Major Sucharski zu kapitulieren. Die Soldaten traten zum letzten Appell vor der Kaserne an, von wo aus sie in die Gefangenschaft marschierten. Die Deutschen transportierten die Verwundeten in Danziger Krankenhäuser. Die Offiziere wurden zum Hotel Centralny und die Unteroffiziere und Mannschaften in ein provisorisches Gefangenenlager auf der Festung Bischofsberg (heute Biskupia Góra) gebracht. Als Zeichen der Achtung für seinen Mut erhielt Major Sucharski die Erlaubnis, in Gefangenschaft seinen Säbel zu tragen.

Bei der Verteidigung der Westerplatte verloren fünfzehn polnische Soldaten ihr Leben und 26 wurden verwundet (wobei diese Zahlen unvollständig sein dürften). Die deutschen Verluste werden auf 50 Tote und 121 Verwundete geschätzt.

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