Die „neue Stadt” Gdańsk

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung aus der nunmehr polnischen Stadt Gdańsk (Danzig) vertrieben und durch polnische Bürger aus allen Teilen des Landes ersetzt. Diese brachten ihre Sprache und ihre Lebensweise mit. Außerdem kam die Kommunistische Partei an die Macht, was sich ebenfalls auf das tägliche Leben auswirkte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen neue Einwohner – Polen aus allen Teilen des Landes – nach Gdańsk (Danzig) und veränderten den Charakter der Stadt.

Sie brachten ihre Lebensweise und ihre Sprache mit und lebten sich in der zumeist deutsch geprägten städtischen Umgebung ein. Außerdem übernahm ein kommunistisches Regime die Macht in Polen, wodurch sich Politik und Gesellschaft tiefgreifend veränderten. Für viele Polen wurde Gdańsk nach über hundert Jahren preußischer und deutscher Herrschaft in das polnisches Mutterland zurückgeholt. Die Stadt musste als polnische Stadt neu erfunden werden, in der gemäß der stalinistischen Ideologie neue, sozialistische Menschen lebten.

Es war eine politische Entscheidung, Gdańsk als polnische Stadt – mehr oder weniger als das, was sie Ende des 18. Jahrhunderts war – neu zu erschaffen. Die Spuren der deutschen Vergangenheit wurden verwischt oder ganz beseitigt.

Die neue Bevölkerung und Ideologie gaben der Stadt eine andere Identität. Viele der Neuankömmlinge stammten aus der Gegend um Vilnius im heutigen Litauen, das bis 1939 zu Polen gehört hatte. Sie hatten ihre Heimat verlassen müssen, als die Sowjetunion den östlichen Teil Polens annektierte. Da sie sich in der fremden Stadt, die nicht nur anders war als ihre Heimat, sondern vor dem Krieg sogar zu einem anderen Land gehört hatte, nicht wirklich zuhause fühlten, war es für viele Zuwanderer schwer, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Andererseits schien Gdańsk, wie viele jetzt zu Polen gehörende ehemals deutsche Gebiete, ein besseres Leben zu versprechen. Die Menschen hofften, hier ein Zuhause und Arbeit zu finden. Nach den Umbrüchen und Katastrophen des Zweiten Weltkriegs sehnten sie sich nach einem normalen Leben. So stieg die Bevölkerungszahl schon in den letzten Kriegsmonaten, insbesondere aber in den späten 1940er Jahren, trotz aller Schwierigkeiten, wieder schnell an.

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