Die neue Kaserne

Die stark befestigte Kaserne der Garnison auf der Westerplatte bildete das Rückgrat der polnischen Verteidigung. Hier befanden sich Waffenkammer, Schlafräume und andere wichtige Einrichtungen. Ursprünglich war der Komplex in T-Form angelegt, nach dem Krieg wurden jedoch einige Gebäudeteile, zum Beispiel bei der Errichtung des Denkmals, abgerissen.

Bis zum Bau der sogenannten neuen Kaserne in den Jahren 1934/35 fehlte es dem Depot auf der Westerplatte an angemessenen Unterkünften für die Soldaten der Garnison. Auf den drei Ebenen des Gebäudes (Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss) befanden sich Büros, Schlafräume, eine Waffenkammer, eine Waffenreparaturwerkstatt, Munitions- und Vorratsräume sowie andere Einrichtungen. Für die damalige Zeit war die Kaserne mit Zentralheizung, großen Waschräumen, einem Krankenzimmer und einer Funkstation sehr modern ausgestattet.

Das Gebäude war so angelegt, dass die Wucht von Bomben- und Granateinschläge von den Decken der beiden oberen Stockwerke abgefangen würden, so dass die Mannschaften in den Kellerräumen geschützt wären. Die während des Angriffs abgeworfenen Fliegerbomben führten tatsächlich zu keiner Beschädigung der Kellerräume. Die Konstruktion des Gebäudes hatte den Praxistest bestanden. In einem Teil der Kaserne gab es einen Maschinengewehrraum. Einige Fenster wurden für den Aufbau von Maschinengewehren umgestaltet. Eine ehemalige Maschinengewehrstellung mit Schießscharte ist noch in der Südwestecke des Gebäudes zu besichtigen.

Der Südflügel der neuen Kaserne beherbergte ein Krankenzimmer und ein Medikamentenlager. Seine gesamte Einrichtung wurde in den ersten Minuten des Angriffs durch deutsches Maschinengewehrfeuer vom neuen Hafen aus vollständig zerstört.

Der heutige Zustand des Gebäudes ist auch ein Ergebnis seines Verfalls in der Nachkriegszeit, denn im Gebäude explodierten später immer wieder Blindgänger. Der Nordflügel der Kaserne wurde in den 1960er Jahren vollständig abgetragen, um Platz für den breiten, zum Hügel mit dem Denkmal für die Verteidiger der Westerplatte führenden Weg zu schaffen.

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