Geschichte von Stutthof

Die Errichtung des Lagers Stutthof war bereits lange vor Kriegsausbruch geplant. Ursprünglich ein regionales Gefangenenlager, erweiterten es die Nationalsozialisten während des Krieges und bezogen es in ihr Netz von Lagern ein. Schließlich wurde Stutthof zum Konzentrationslager und damit zu einem Teil des Versuchs, alle Juden Europas zu vernichten.

Lange vor Kriegsausbruch hatte die nationalsozialistische Führung der Freien Stadt Danzig die Idee, ein Lager für “unerwünschte polnische Elemente” zu errichten. Bereits seit 1936 hatte sie polnische Organisationen unter genaue Beobachtung gestellt, und eine Sondereinheit der SS suchte nach geeigneten Orten für den Bau von Internierungslagern. Am 2. September 1939, einen Tag nach Kriegsbeginn, wurde das Lager Stutthof eingerichtet.

Nach dem Besuch Himmlers im November 1941 wurde es von den Nationalsozialisten zu einem überregionalen Lager erweitert. Seit Juni 1944 diente es der Massenvernichtung. In seiner größten Ausdehnung erstreckte sich das Lager über 120 ha und hatte 39 Außenlager. Insgesamt wurden hier 110.000 Menschen gefangen gehalten. Unter ihnen waren Polen, Juden, Russen, Ukrainer, Weißrussen, Litauer, Letten, Esten, Tschechen, Slowaken, Finnen, Norweger, Franzosen, Dänen, Niederländer, Belgier, Deutsche, Österreicher, Engländer, Spanier, Italiener, Jugoslawen, Ungarn und Roma. Sie mussten Zwangsarbeit leisten und litten unter Mangelernährung, unvorstellbaren hygienischen Verhältnissen, Krankheiten sowie seelischen und körperlichen Grausamkeiten. 65.000 Menschen starben aufgrund der furchtbaren Lebensbedingungen, aufgrund von Hinrichtungen durch Erschießen, Erhängen, Vergasen, tödliche Injektionen, Schläge und Folter sowie in Folge ihrer während der Evakuierungen auf dem Land- und Seeweg erlittenen Strapazen und Ermordung.

Am 9. Mai 1945 wurde Stutthof schließlich durch die 48. Armee der 3. Belorussischen Front befreit.

Schlüsselwörter


Karte

Punkt auf der Karte zeigen

Geschichten (14)

Mehr Geschichten