Es war an einem Sonntagnachmittag

Es war an einem Sonntagnachmittag

Das Denkmal auf dem Spik, erinnert an die 11 Jungen, die ein halbes Jahr nach Kriegsende bei zwei Explosionen ums Leben kamen. Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren waren es, die in Nachahmung ihrer älteren Brüder und ihrer Väter, spielten mit all dem Kriegszeug das in Reichweite war.

Es war ein schöner Herbsttag, dieser Sonntag,der 7. Oktober 1945. Es wurde Fußball gespielt auf dem Innenhof der Familie Van Cann. 11 Jungen aus dem Ortsteil "Spik" hatten ihren Spass. Aber sie hatten sich nicht nur getroffen um Fußball zu spielen.

Das Ziel war, die große Mine, von der sie wussten daß sie nur wenige hundert Meter entfernt lag. Eine solch dicke Eisenstange von einem Meter lang. Eine Anti-Panzermine, da müsste eine Menge Sprengstoff drin sein und den wollten sie endlich Mal rausholen. So gingen sie alle zusammen in Richtung Maalbroek. Und wie es jetzt passiert ist, wissen wir nicht genau. Aber es dauerte nicht lange. Jemand schlug mit einem  Weidepfahl gegen die grosse Mine und dann war da dieser riesige Knall. Die Menschen in Maasniel und Asenray, auf dem Weg zur Kirche,zur Vesper von 15.00 Uhr, schauten einander mit fragendem Blick an. Was war das? Deutlich wurde es eine halbe Stunde später erst, als Corrie Stox vom "Spik" auf ihrem Fahrrad in Maasniel die Leute alarmierte. Aber da gab es schon nichts mehr zu retten: neun Jungen tot, zwei verletzt. Der Vespergottesdienst wurde abgesagt ,die Priester wurden an anderer Stelle dringender gebraucht: auf dem "Spik", bei den Familien der Opfer der größten Katastrophe mit zurückgebliebenem Kriegszeug in den Niederlanden.

Zwei Monate zuvor waren im nahegelegenen Ortsteil Maalbroek auch schon zwei kinder durch eine explodierende Granate ums Leben gekommen. Insgesamt elf Kinder kamen im Jahre 1945, vor den Toren der Stadt Roermond um,bei zwei Explosionen durch zurückgebliebenes Kriegszeug.Das war nach dem Krieg, deswegen galten sie nicht mehr als Kriegsopfer.Und sie galten Jahrzehntelang nicht wirklich als irgendetwas.Nicht bei der Errichtung von Gedenkstätten, nicht bei Kriegsberichten und schon gar nicht im kollektiven Gedächtnis der Menschen in Roermond. Praktisch nichts in Roermond erinnerte an die beiden Nachkriegskatastrophen. Was passiert war, wussten bis vor kurzem nur sehr Wenige.

Mit der Errichtung eines speziellen Denkmals, die Veröffentlichung eines Buches und einer Website, wird das große Schweigen nach 70 Jahren beendet.

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Spik-Spikkerdal, Roermond

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