Die Razzia

Die Razzia

Das Attentat der Widerstandsbewegung In der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 1944, das einen deutschen Offizier das Leben gekostet hat, bleibt nicht ohne Folgen. Am Sonntag, den 1. Oktober ziehen deutsche Soldaten morgens einen undurchdringbaren Kordon um Putten. Aus der weiten Umgebung werden Männer, Frauen und Kinder in das Dorfzentrum getrieben und in der Alten Kirche eingesperrt. Eine Katastrophe steht bevor.

Die Widerstandsbewegung in Putten verübt in der Nacht vom Samstag, den 30. September 1944 ein Attentat, bei dem ein deutscher Offizier ums Leben kommt. Die deutsche Heeresleitung ergreift unverzüglich Repressalien: Das Dorf wird abgeriegelt, anschließend ordnet Friedrich Christiansen, Wehrmachtbefehlshaber in den Niederlanden, an, eine Razzia durchzuführen. Stabsoffizier von Wühlisch erteilt den Befehl und etwa tausend Soldaten des Regiments „Hermann Göring“ treiben die Bewohner unter Aufsicht der Polizei ins Dorfzentrum. An jenem Tag werden sieben Zivilisten erschossen. Die Männer werden in der öffentlichen Grundschule am Markt eingesperrt; die Frauen und Kinder sitzen in der übervollen Alten Kirche.

Am Sonntagmorgen wird folgendes Urteil verkündet: Putten wird niedergebrannt, die männlichen Bewohner werden nach Amersfoort abgeführt und das Dorf Putten muss innerhalb von zwei Stunden geräumt werden. 659 Männer werden ins Lager Amersfoort gebracht.

Am 11. Oktober werden 601 von ihnen ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Dreizehn Männer springen aus dem Zug. Die Abgeführten müssen schwere Entbehrungen ertragen: Sie sind unterernährt, ziehen sich Krankheiten zu und sterben aufgrund der harten Arbeit oftmals an Erschöpfung. Nach der Befreiung kehren nur 48 Männer zurück, von denen nochmals fünf sterben. Als Folge der Razzia und der Deportation sind letztlich 552 Tote zu beklagen. 

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