Der künstliche Hafen von Arromanches

In Vorbereitung der Operation Overlord entschieden die alliierten Strategen, dass zwei vorgefertigte, künstliche Häfen in der Normandie gebraucht würden. Sie galten als unverzichtbar für den Transport von Verstärkung und Ausrüstung auf das Festland. Die Überreste des Hafens von Arromanches sind heute noch als stille Zeugen dieser beeindruckenden technischen Leistung zu sehen.

In Vorbereitung der Landung in der Normandie (Operation Overlord) entschied das alliierte Oberkommando, dass man zum Transport von Verstärkungen aufs Festland nicht auf Überseehäfen verzichten konnte.

Der kanadische Angriff auf Dieppe am 19. August 1942 hatte allerdings gezeigt, wie gut die Deutschen diese Häfen gegen Angriffe befestigt hatten. Sie hätten also nur unter hohen Verlusten eingenommen werden können, wären dann aber weitgehend zerstört gewesen.
Die von den Alliierten gefundene Lösung bestand darin, die Teile für zwei künstliche Häfen in Großbritannien vorzufertigen, über den Ärmelkanal zu schleppen und vor Ort zu montieren. Der eine von ihnen war unter dem Decknamen Mulberry A nahe Omaha Beach (Vierville-sur-Mer), der amerikanischen Landungszone, und der andere unter dem Decknamen Mulberry B in Arromanche für Gold Beach, eine britische Landungszone, geplant. Die 50. britische Infanteriedivision, die dort am 6. Juni 1944 gelandete war, nahm Arromanches noch am selben Abend ein. Am nächsten Tag begann der Bau mit dem Versenken alter Schiffe. Am 14. Juni war die erste schwimmende Straße einsatzbereit. Allerdings tobte vom 19. bis 22. Juni im Ärmelkanal ein Sturm, der die Häfen beschädigte. Mulberry A erwies sich danach als völlig unbrauchbar. Einige seiner noch vorhandenen Bauteile wurden bei der Reparatur vom nicht so schwer beschädigten Hafen Mulberry B verwendet.

Insgesamt wurden bis zur Schließung des Hafens am 19. November 1944 529.000 Tonnen Versorgungsgüter in Arromanches entladen. Es war eine bemerkenswerte technische Meisterleistung. Im Nachhinein allerdings erwies sich das Unternehmen als unnötig und zu teuer, denn den Alliierten gelang es, eine größere Zahl von Männern, Fahrzeugen und Versorgungsgüter über kleinere Häfen in der Normandie bzw. direkt über die Strände anzulanden.

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Touristische Informationen

Parkgebühren 3,00 €. In der Saison bringt Sie eine Besucherbahn kostenlos zum Stadtzentrum. Es gibt aber auch einen Fußweg zum Stadtzentrum. Achten Sie auf den steilen Hang! Wanderschuhe sind empfehlenswert! Nahe der Panoramaplatte zeigt das Museum „Arromanches 360“ einen 20 minütigen Film in HD auf 9 Bildschirmen, der die gesamte Schlacht in der Normandie zeigt.

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