Kriegsgräberstätte in der Abtei Mariawald

Nachdem die Mönche der Abtei Mariawald Ende der 1930er Jahre mit dem nationalsozialistischen Regime in Streit geraten waren, wurden sie von dort vertrieben. Während der Schlacht im Hürtgenwald diente die Abtei als Feldlazarett der Wehrmacht. Viele Verwundete konnten nicht gerettet werden und starben. 414 von ihnen ruhen auf dem heutigen Kriegsgräberstätte Abtei Mariawald.

Die Abtei Mariawald befindet sich bei Heimbach in der Eifel, südöstlich der Rurtalsperre Schwammenauel. Sie wurde im Jahr 1486 von Zisterziensermönchen als Kloster gegründet. 1909 erhielt das Kloster den Status einer Abtei. Während der nationalsozialistischen Herrschaft gerieten die Mönche und Brüder in Konflikt mit den Behörden und wurden von der Gestapo drangsaliert. Schließlich erklärte man sie zum Staatsfeind. Einige Mönche wurden verhaftet, andere zur Zwangsarbeit verpflichtet oder vertrieben. Nur wenige Brüder blieben als Landarbeiter auf den klösterlichen Feldern.

Bereits 1938 wurde ein Teil der Abtei konfisziert, um Arbeiter, die bei der Errichtung des Westwalls (einer sich an der deutschen Grenze von den Niederlanden bis zur Schweiz hinziehenden Kette von Befestigungsanlagen) eingesetzt wurden, unterzubringen. Später dienten die Gebäude einige Zeit lang als Waisenhaus.

Im Herbst und Winter 1944/45 kam es zu lang andauernden Gefechten in der Eifel, die auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderten. Die Abtei wurde zum Feldlazarett der Wehrmacht. Für viele der verletzten Soldaten gab es jedoch keine Rettung mehr. Die wenigen in der Abtei noch verbliebenen Brüder begruben sie auf einem nahegelegenen Hügel, wo 414 von ihnen auf dem heute als Kriegsgräberstätte Abtei Mariawald bezeichneten Soldatenfriedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Während der Kämpfe wurde die Abtei durch alliiertes Feuer und die sich zurückziehenden deutschen Truppen schwer beschädigt. 1950 kehrten die Mönche nach Mariawald zurück und begannen sofort mit dem Wiederaufbau der Abtei, der 1959 abgeschlossen werden konnte.

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