Reichsbahnbunker Friedrichstraße

Der Reichsbahnbunker Friedrichstraße wurde zum Schutz der Bahnreisenden errichtet. Er war für die Aufnahme von 1.500 Menschen konzipiert. Nach Kriegsende wurde er von der sowjetischen Armee als Gefängnis genutzt. Heute dient er als Ausstellungsort zeitgenössischer Kunst. Der Bunker kann nur im Rahmen eines geführten Rundgangs besichtigt werden.

Der Hochbunker Friedrichstraße befindet sich in der Albrecht-/Ecke Reinhardtstraße im Zentrum Berlins. Er wurde 1942 als Reichsbahnbunker Friedrichstraße errichtet. Die Planungsarbeiten dafür begannen 1941 unter Leitung von Albert Speer im Rahmen des „Führer-Sofortprogramms“ zum Bau von Luftschutzräumen für die Zivilbevölkerung. Die erste Phase der Luftangriffe auf Berlin dauerte von August 1940 bis Herbst 1941. Seit 1944 griffen die Alliierten Berlin regelmäßig aus der Luft an. Im Februar und März 1945 wurde die Stadt fast täglich bombardiert.

Der Bunker, der 1.500 Menschen Platz bot, sollte vor allem Bahnreisenden, die sich am nahe gelegenen Bahnhof Friedrichstraße aufhielten, sowie in der Umgebung wohnenden Zivilisten Schutz bieten. Auch Besucher des Deutschen Theaters konnten sich hier bei Bombenalarm in Sicherheit bringen. Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 übernahmen die sowjetischen Streitkräfte den Bau, um ihn als Gefängnis zu nutzen.

Ab Mitte der 1950er Jahre diente der Bunker dem Berliner „Volkseigenen Betrieb Obst Gemüse Speisekartoffeln“ als Lagerraum. Nach dem Ende der DDR 1989/90 erfuhr er verschiedene kurzzeitige Nutzungen, darunter als Partylocation der Technoszene. 2003 wurde der Bunker von Christian Boros erworben, der ihn zum Ausstellungsort für seine Sammlung zeitgenössischer Kunst umgestaltete. Aufgrund seiner historischen Bedeutung wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt. Der Bunker kann nur im Rahmen eines geführten Rundgangs besichtigt werden.

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