Die Kirche von Vossenack

Im November 1944 kam es in der Kirche von Vossenack zu Kämpfen zwischen Amerikanern und Deutschen. Heute werden uns diese Ereignisse durch eine Gedenktafel in der Kirche und eine Inschrift am Kirchenportal in Erinnerung gerufen.

Vossenack wurde in den Kämpfen zwischen November 1944 und Februar 1945 vollständig zerstört. Selbst die Kirche blieb nicht verschont. In seinem Essay „You Enter Germany” erwähnt der deutsche Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll die heftigen Kämpfe in der Kirche: „Im Dorf Vossenack verlief die „Front“ quer durch die Pfarrkirche. Die amerikanischen Soldaten schossen von der Orgelbühne herunter, die deutschen aus der Sakristei heraus.“ Böll schrieb auch, dass die Kontrolle über Vossenack achtundzwanzigmal zwischen den Deutschen und den Amerikanern wechselte.

Dies findet in der Tatsache seine Bestätigung, dass am 6. November zwei Kompanien des 112. US-Regiments vor den deutschen Angriffen aus Richtung Tiefenbachtal in Panik flohen. Erst als sie die Kirche erreicht hatten, konnten die Amerikaner den deutschen Angriff stoppen. Dabei kam es zu den erwähnten Kämpfen in der Kirche. Eine Gedenktafel erinnert heute daran. Nach dem 6. November wurde Vossenack allerdings nicht mehr von den Deutschen angegriffen.

Aufgrund dieser Ereignisse wurde die Pfarrkirche nach dem Zweiten Weltkrieg neu geweiht. Am Portal befindet sich eine Inschrift, in der die Zahl von etwa 68.000 Toten im Hürtgenwald genannt wird. Hier handelt es sich wahrscheinlich um die Gesamtzahl sowohl der Toten als auch der Verwundeten. Wie viel Soldaten bei den Kämpfen im Hürtgenwald tatsächlich gefallenen sind, ist bis heute unbekannt. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Zahl aus, die etwa halb so hoch ist, wie die am Kirchenportal genannte.

 

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