Gefangene Zwangsarbeiter im Bombenhagel getötet

Gefangene Zwangsarbeiter im Bombenhagel getötet

Es ist der 7. Februar 1945, der Vorabend der alliierten Offensive mit dem Codenamen Operation Veritable. Kleve – schon früher im Krieg das Ziel heftiger Bombenangriffe – wird erneut bombardiert. Die Oberstadt wird schwer getroffen. Die Zivilbevölkerung ist schon größtenteils evakuiert worden. In der Stadt befinden sich jedoch Soldaten, Mitglieder der Hitler-Jugend, Feuerwehrmänner und viele ukrainische Zwangsarbeiter. Von diesen kommen etwa Hundert, die im Gefängnis an der Krohnestrape eingesperrt sind, bei dem Angriff ums Leben.

Der britische Plan für eine groß angelegte Offensive von Nimwegen aus in Richtung Wesel wurde Anfang 1945 wieder aufgenommen. Am 8. Februar sollte die Operation Veritable starten. Am 7. Februar, buchstäblich am Vorabend der Operation, wurde Kleve erneut heftig bombardiert.

Dieses Mal wurde vor allem die Oberstadt schwer getroffen. Die Zivilbevölkerung war größtenteils evakuiert worden, aber in der Stadt befanden sich unter anderem noch Soldaten, Mitglieder der Hitler-Jugend (von denen einige in einem Keller unter der ehemaligen Villa des Schuhfabrikanten Gustav Hoffman umkamen) und Feuerwehrmänner. Zudem waren in jener Nacht viele Zwangsarbeiter aus der Ukraine in Zellen des Gefängnisses an der Krohnestraße eingesperrt. Sie waren bei der Bergung der Leichen des ersten großen Bombenangriffs, bei der Entfernung der Trümmer und dem Bau von Verteidigungsanlagen eingesetzt worden. In dieser Nacht kamen etwa hundert von ihnen auf tragische Weise in den Zellen ums Leben. Sie liegen auf der Kriegsgräberstätte begraben, die viel mehr ist als ein einfacher Soldatenfriedhof. Dieser 1950 eingeweihte Friedhof war als zentrale Begräbnisstätte für alle Kriegsopfer aus der Region Kleve gedacht, die Zivilbevölkerung inbegriffen. 

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Touristische Informationen

Kriegsgräberstätte Donsbrügger Heide, Kleve-Donsbrüggen. GPS Kode: N 51 47.534, E 6 5.432

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