Der Kessel von Halbe

Am 22. April 1945 wurden die deutschen Truppen, die sich von den 70 Kilometer östlich von Berlin gelegenen Seelower Höhen zurückzogen hatten, im Spreewald bei der Ortschaft Halbe von der sowjetischen Armee eingekesselt. Anstatt sich zu ergeben, versuchten die deutschen Truppen einen erfolglosen Ausbruch in Richtung Westen. Die erschreckende Zahl von 40.000 Toten war das Ergebnis.

Am 19. April 1945 durchbrach die 1. Weißrussische Front unter Marschall Georgi Schukow 70 Kilometer östlich von Berlin die deutschen Verteidigungslinien. Die deutschen Einheiten wurden zum Rückzug gezwungen. Einige von ihnen bewegten sich in Richtung Südwesten, in das Gebiet Halbe und Märkisch-Buchholz, zwischen die Stellungen der 1. Weißrussischen Front und der 1. Ukrainischen Front unter Marschall Iwan Konew, die beide bereits in die Randgebiete Berlins vorgestoßen waren.

Bis zum 22. April 1945 waren die deutschen Truppen vollständig eingeschlossen und operierten innerhalb eines sich verschiebenden und immer enger werdenden Kessels, der sich in Richtung Halbe bewegte. Unter den eingeschlossenen Truppen befand sich das von General Theodor Busse geführte Oberkommando der 9. Armee, aber auch Tausende Flüchtlinge, Zivilisten aus der Gegend und Militärangehörige. Die Zahl der Soldaten im Kessel wird auf 150.000 bis 200.000 geschätzt.

Busse gab den Befehl zum Ausbruch aus dem Kessel, um die Stellungen der 12. Armee unter General Walter Wenck zu erreichen und danach gemeinsam zum Westufer der Elbe zu gelangen. Am 24. April 1945 erfolgte der erste Ausbruchsversuch bei Halbe. Weitere Versuche folgten, die zu erbitterten Gefechten in und um Halbe führten. Die Wirkung des durch massive Luftangriffe unterstützten sowjetischen Beschusses war verheerend. Die deutschen Truppen erlitten schwerste Verluste. Mehr als 40.000 Männer starben im Kessel von Halbe. Etwa 25.000 Soldaten gelang der Durchbruch zur Elbe, wo sie sich US-Einheiten ergaben.

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